Bioenergie-Kommunen 2019 - Bundeswettbewerb

Preisträger

Bioenergie-Kommunen 2019

Asche, Fuchstal-Leeder und Mengsberg sind die Bioenergie-Kommunen des Jahres 2019

Im Wettbewerb Bioenergie-Kommunen 2019 wurden folgende Orte vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft prämiert:

Neun weiteren am Bundeswettbewerb Bioenergie-Kommunen 2019 teilnehmenden Bioenergie-Kommunen wurde von der Jury eine lobende Anerkennung ausgesprochen.

Die Erfahrungen aus Bioenergie-Kommunen zeigen, dass sich eine Bürgerbeteiligung in Wärme- oder Energiegenossenschaften und anderen Beteiligungsformen positiv auf das gesamte soziale und gesellschaftliche Leben im Ort auswirkt und die Dorfgemeinschaft stärkt. Dies macht Bioenergie-Kommunen attraktiv, führt zur Zuwanderung bzw. bremst die Abwanderung von Bürgern.

Die mit der Erzeugung und Nutzung von Bioenergie und anderen erneuerbaren Energien verbundenen Investitionen, der Anlagenbetrieb sowie Service und Wartungsarbeiten schaffen Arbeitsplätze vor Ort und stärken die kommunale Wertschöpfung ganz erheblich. Zusammen mit Wind- und Sonnenenergie leistet Bioenergie zudem einen wichtigen und notwendigen Beitrag zum Klimaschutz und zur Energiewende im Wärme- und Strombereich.

Durch die Würdigung vorbildlicher Bioenergie-Kommunen im Rahmen des Bundeswettbewerbs Bioenergie-Kommunen sollen Informationsdefizite und Vorbehalte gegen regionale Konzepte zur Energieversorgung mit Bioenergie abgebaut und die öffentliche Wahrnehmung für eine klimafreundliche Energieversorgung, nachhaltige kommunale Entwicklung, Wertschöpfung in ländlichen Räumen und integrierte gesellschaftliche Prozesse verbessert werden.

Asche (Niedersachsen)

Asche ist Stadtteil von Hardegsen in Niedersachsen und hat gut 300 Einwohner. Das kleine „Bergdorf“ liegt in den waldreichen Ausläufern des Gladeberges inmitten eines Landschaftsschutzgebietes.

Die Energieversorgung im Bioenergiedorf Asche erfolgt über flexibilisierte Biogas-BHKW-Anlagen mit 175 kW und 260 kW thermischer Leistung und einem 400-kW-Hackschnitzelheizwerk. Die BHKWs der Biogasanlage sind in ein virtuelles Kraftwerk eingebunden. Die eingesetzten nachwachsenden Rohstoffe stammen aus der unmittelbaren Region. Für die Biogaserzeugung werden 70 % Reststoffe (Gülle und Mist), 25 % Maissilage sowie 5 % Gras und Durchwachsene Silphie eingesetzt. Die Hackschnitzel werden von den örtlichen Forstgenossenschaften in Asche und Fehrlingsen geliefert.

Für die Nahwärmeversorgung haben sich die Bürgerinnen und Bürger in der Bioenergie Asche eG genossenschaftlich organisiert. Die Wärmeversorgung der Bioenergie Asche eG wird mit Bioenergie und PV-Strom von der Dachanlage für die elektrischen Anlagen im Heizwerk zu 100 % erneuerbar bewerkstelligt. Das Bioenergiedorf Asche deckt seinen Wärmebedarf zu 75 % und seinen Strombedarf zu 333 % aus Biomasse. 5 % des Wärmebedarfs und 32 % des Strombedarfs werden aus Solarthermie und Photovoltaik (PV) bereitgestellt.

Durch das außerordentliche Engagement der Bürgerinnen und Bürger im Arbeitskreis „Wir für Asche“ und die Partnerschaft bzw. Zusammenarbeit mit dem Maschinenring Kassel, dem Amt für regionale Landentwicklung Göttingen, dem Energiesystemplaner Gunter Brandt (GUT) aus Einbeck und der Volksbank Solling konnte die Energieversorgung in Asche in vorbildlicher Weise auf die Nutzung von Bioenergie und anderer erneuerbarer Energien umgestellt und ein wichtiger Beitrag zur Wertschöpfung in der Region und zum Klimaschutz geleistet werden.

Das Bioenergiedorf Asche ist Gewinner des 5. Wettbewerbs Bioenergie-Kommunen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Mit einer Prämierung des Bioenergiedorfes Asche als Bioenergie-Kommune 2019 wird das Engagement der Kommune, ihrer Bürgerinnen und Bürger, der Land- und Forstwirte sowie ihrer Partner vom Bundeslandwirtschaftsministerium gewürdigt.

Fuchstal-Leeder (Bayern)

Die Bioenergie-Kommune Fuchstal-Leeder liegt im oberbayerischen Landkreis Landsberg am Lech. Die Einwohner der Gemeinde Fuchstal leben überwiegend in den mit Nahwärme aus Biomasse versorgten Ortsteilen Leeder und Asch. In Leeder sind 98 % der Gebäude an das Wärmenetz angeschlossen. Darüber hinaus werden in Fuchstal viele dezentrale Holzheizungen zur Wärmebereitstellung genutzt.

Biomasse trägt als Biogas-BHKW-Wärme im Nahwärmenetz und als Wärme aus dezentralen Pellet- und Hackschnitzelheizungen sowie Scheitholzkesseln mit 64 % zur Deckung des Wärmebedarfs bei. Biogas-BHKW-Anlagen erzeugen 73 % des Strombedarfs. Im Strombereich kommen 1.200 % Bedarfsdeckung aus Windkraft und Freiflächen-PV hinzu. In Umsetzung befindlich sind ein 3-MW-Batteriespeicher und 5.000 m3 großer Pufferspeicher (Wärmetopf), mit dem überschüssige Wärme aus der Biogasanlage auch für längere Zeit gespeichert werden kann. Mithilfe einer „Power-to-Heat“-Anlage sollen künftig Stromüberschüsse aus der Bürgerwindkraftanlage und der PV-Anlage in Wärme umgewandelt werden. Mit dem Projekt HyStarter ist Fuchstal auch an der Umwandlung von Strom in Wasserstoff und dessen Nutzung in Brennstoffzellen beteiligt. Von den Bürgerinnen und Bürgern im Arbeitskreis Energie und der Gemeinde Fuchstal werden sehr engagiert vielfältige und innovative Maßnahmen für Energiewende und Klimaschutz verfolgt. Die Gemeinde ist Energieerzeuger, setzt auf Regionalstrom-Vermarktung und betreibt mehrere E-Ladesäulen. Auch Energieberatungen für Einwohner werden angeboten. Das kommunale Energiemanagement zielt auf Senkung des Energiebedarfs und der Energiekosten für Fuchstal ab. Mit dem Aufbau einer zukunftsfähigen Energieerzeugung sollen in Fuchstal regional verfügbare, erneuerbare Energieträger genutzt sowie heimische Wertschöpfung und CO2-Einsparung erreicht werden.

Die Bioenergie-Kommune Fuchstal-Leeder ist Gewinner des 5. Wettbewerbs Bioenergie-Kommunen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Mit einer Prämierung der Bioenergie-Kommune Fuchstal-Leeder wird das Engagement der Gemeinde und ihrer Bürger und Land- und Forstwirte vom Bundeslandwirtschaftsministerium gewürdigt.

Mengsberg (Hessen)

Mengsberg hat 840 Einwohner und ist ein Stadtteil von Neustadt im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf. Bürgerinnen und Bürger haben sich in der Bioenergiegenossenschaft Mengsberg eG organisiert, um die Wärmeversorgung auf nachhaltig verfügbare erneuerbare Energiequellen umzustellen. Ein großes Freiflächen-Solarthermiefeld (2.000 kW) mit 300 m3 Pufferspeicher übernimmt die Wärmeversorgung im Sommer und einen Teil der Grundlast in Übergangszeiten Ein Holzhackschnitzel-Heizwerk (1.100 kW) deckt die Grund- und Hauptlast in den übrigen Zeiten. Für die Spitzenlast im Winter steht ein Bio-Flüssiggaskessel (1.600 kW) bereit. Neben 4 Bürgerwindkraftanlagen (12.000 kW) werden zahlreiche Photovoltaik-Dachanlagen mit gesamt 1.250 kW elektrischer Leistung zur Bereitstellung von erneuerbarem Strom betrieben.

Mengsberg deckt seinen Jahreswärmeenergiebedarf zu 80 % aus Erneuerbaren Energien. Holzenergie liefert dabei rd. 81 % der erneuerbaren Wärme. Die Wärmeversorgung im Sommer sowie ein Teil der Grundlast in der Übergangszeit und im Winter wird durch das große Solarthermiefeld mit Solarspeicher abgedeckt. Solarthermie trägt insgesamt ca. 17 % bei (99 % im Sommer). Der Anteil Bio-Flüssiggas beträgt ca. 2 %. Die genutzten Holzhackschnitzel kommen als Durchforstungsholz und Kronenholz direkt aus den regionalen Wäldern (Interessentenwald Mengsberg, Stadtwald Neustadt) sowie aus dem nahegelegenen Sägewerk.

Die erneuerbare Stromerzeugung aus Windkraft und PV liegt beim 22-fachen des Strombedarfs in Mengsberg. Windkraft und PV-Strom soll künftig – im Sinne von Systemintegration und Sektorenkopplung – über Batteriespeicher, Wärmeerzeugung und E-Tankstellen genutzt werden.

Mit der Bioenergiegenossenschaft Mengsberg eG und der Bürgerwindenergieanlage Mengsberg eG engagieren sich die Bürgerinnen und Bürger finanziell und tatkräftig für Energiewende und Klimaschutz. Ihre Pläne für die Nutzung erneuerbarer Energien haben die Bürgerenergiegenossenschaften mit der Viessmann Deutschland GmbH als Generalunternehmer für Heizwerk und Nahwärmenetz sowie mit ENERCON für den Windpark umgesetzt. Ermöglicht wurden die Vorhaben mit Projektfinanzierungen regionaler Volksbanken und Sparkassen sowie einer Bürgschaft der Stadt Neustadt (Hessen).

Das Bioenergiedorf Mengsberg ist Gewinner des 5. Wettbewerbs Bioenergie-Kommunen. Mit der Prämierung würdigt das Bundeslandwirtschaftsministerium das Engagement der Mengesberger Bürger für Energiewende und Klimaschutz.

Diese Internetseite verwendet Cookies, um die Nutzererfahrung zu verbessern und den Benutzern bestimmte Dienste und Funktionen bereitzustellen. Details
Cookies erlauben